2. Spieltag / O.R. / 21.08.2011 |
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| Der VfL Oldenburg gewinnt zum dritten Mal in Folge das Robert-Schumann-Turnier. (Foto: VfL Oldenburg ) |
Endspiel: VfL Oldenburg - HSG Blomberg-Lippe 31:22 (12:11)
Das Endspiel in der vollbesetzten Robert-Schumann-Halle beginnt nach etwa zehn Minuten, spannend zu werden. Oldenburg kann seine frühe Führung (3:0/3. Minute) nicht ausbauen oder verwalten, gibt vorne zu viele Bälle ab und scheitert an der bärenstarken Isabelle Roch. Dass Blomberg durch Sabrina Richter erst nach 13 Minuten zum Ausgleich (5:5) kommt, hat der VfL Julia Renner zu verdanken, die mehrere freie Würfe und Konter Blombergs entschärft. Renner hilft auch, die erste HSG-Führung auszugleichen, bedient Kim Birke beim 8:8 mit einem Pass bis zur Neunmeterlinie. Die VfL-Linksaußen fängt mit einer Hand und verwandelt. Die Angriffe beider Teams werden nun besser. Carolin Schmele bedient Caroline Thomas mit einem No-Look-Pass zum Kreis (11:11/24.). Durch einen Treffer Maike Schirmers kann der VfL mit einer Führung in die Pause nach den ersten 25 Minuten Finalspielzeit gehen.
Nach dem Seitenwechsel übernehmen zunächst wieder die Gastgeberinnen in der leicht stickigen Halle die Führung (17:14/33.), drei Minuten später aber gleicht die HSG wieder aus. Für das 18:17 sorgt Julia Wenzl mit einer Einzelleistung (38.), auf der anderen Seite rettet Renner die Führung, und vorne verwandelt Angie Geschke, die nach dem Spiel völlig verdient zur besten Turnierspielerin ausgezeichnet wird, zum 19:17.
Es ist nicht nur leicht stickig, sondern auch feucht in der Halle - eine Folge des Wetters, der 20 Partien in zwei Tagen und der vielen Zuschauer. Mehrmals muss der Ball getauscht werden, auch die Wischer sind häufiger als sonst im Einsatz.
Oldenburg geht in die letzten zehn Wunderhorn-Minuten 2011 mit einer 21:18-Führung. Durch Hofmann und einen Konter nach Steal durch Richter schaffen die Gäste aber in der 42. Minute den Anschluss. Lois Abbingh (42., von rechts) und Kim Birke (43., nach Konter) stellen den alten Abstand her. Beide Abwehrreihen arbeiten gut, die HSG kann das 24:20 durch Laura van der Heijden aber nicht verhindern (44.). Geschke (Rückraum) und Birke (Konter) sorgen in der 45. Minute für das 26:21 und die Entscheidung. Für den Schlusspunkt sorgt Lois Abbingh. Nach einem gerade für die schwierigen Bedingungen und dem anstrengenden Programm im Vorfeld sehr guten Endspiel gewinnt Oldenburg zum dritten Mal in Folge das Robert-Schumann-Turnier.
VfL Oldenburg: Renner, Wester - Birke 5 Tore, Hetmanek, Schirmer 4, Wenzl 3, Abbingh 4, van der Heijden 3, Kethorn 4, Neuendorf 1, Geschke 6, Barger 1/1, Winter.
HSG Blomberg-Lippe: Roch, Kühne - Knutsdottir 1, Ernsberger, Thomas 5, A. Müller, Smits 3, Thorgeirsdottir, Frey 1, Hofmann 4, Schmele, Berndt, Richter 8/4, F. Müller.
Spiel um Platz 3: MizuWaAi Dalfsen - Rostov-Don 18:16 (8:9)
"Wir brauchen unsere Bestform später." Rostovs Trainer Sergey Belitskiy findet Erklärungen für die klare Halbfinal-Niederlage gegen Blomberg: "Die Mannschaft ist direkt aus dem Konditions-Trainingslager nach Oldenburg gefahren. Sie ist einfach müde", sagt Belitskiy. "Unser Abschneiden hier ist absolut in Ordnung. Bei so einem Turnier geht es nicht ums gewinnen." Der Coach verkündet auch, dass Rehina Shymkute im Gruppenspiel gegen Trier keine schwere Verletzung davongetragen hat. Alles gut also beim Turnierfavoriten, und Gegner Dalfsen feiert einen völlig unerwarteten aber nicht unverdienten dritten Platz.
5:3 (10.) und 6:4 (12.) führen die Niederländerinnen, nach 16 Minuten steht es 7:7, dann übernimmt Rostov mit einem Doppelschlag die Führung. Nach der Pause punktet wieder der Außenseiter. Dalfsen führt 13:10 (28.) und 16:12 (32.) und hat die Partie vier Minuten vor Schluss bei 18:13 entschieden. Die Niederländerinnen treten auf wie in den Partien vorher: schnell kombinierend, hart agierend in der Deckung. Für eine Mannschaft aus der international bestenfalls zweitklassigen Ersten Liga der Niederlande eine sensationelle Leistung, sind sich die Experten beim Wunderhorn einig. "Wir sind glücklich", sagt Dalfsen Trainer Peter Portengen nach dem verdienten Sieg: "Unsere Abwehr war sehr gut funktioniert, die Torhüterinnen stark und im Angriff haben wir mit Köpfchen gespielt." Nie hat eine Mannschaft aus den Niederlanden in Oldenburg besser abgeschnitten.
Die meisten Treffer markieren: Angela Malestein (8), Isabelle Jongenelen (2), Esther Schop (2), Myrthe Schoenaker (2), Wendy Smits (2/1) für Dalfsen; Olha Vashchuk (5), Olga Adzhiderskaya (4/2), Elena Slivinskaya (3) für Rostov-Don.
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| Joanna Dworaczyk (am Ball) führt nach dem Spiel gegen die HSG Bad Wildungen die Torschützenliste mit 26 Treffern an. (Foto: VfL Oldenburg / Spiel: Politechnika Koszalin - VOC Amsterdam) |
Spiel um Platz 5: HSG Bad Wildungen - Politechnika Koszalin 20:15 (10:6)
Bad Wildungen gestaltet das Spiel überlegen, Koszalin bringt seine Angriffe nicht konsequent zu Ende. Sowieso präsentiert sich der Erstliga-Aufsteiger besser als noch am ersten Tag des 26. Robert-Schumann-Turniers. "Wir waren nicht wirklich fit. Uns steckt immer noch unser Trainingslager in Emmen in den Beinen", sagt HSG-Trainer Sören Jeppesen. "Vieles hat mir bei uns nicht gefallen. Aber ich weiß um die Gründe und habe das gestern mit der Mannschaft besprochen. Mit dem heutigen Tag bin ich aber sehr zufrieden." Auch bei Koszalin wird die Leistung der Mannschaft in Oldenburg differenziert gesehen. Co-Trainer Michael Kaniowski meint nach der Partie: "Der sechste Platz ist nicht das, was wir erwartet haben. Das erste Spiel war noch gut, dann war unser Leistung zu schwankend. Vor allem mit dem Angriff sind wir nicht zufrieden. Wir waren nicht konsequent genug und haben viel zu viele Konter kassiert." Mit Blick auf die am 3. September beginnende Saison sagt Kaniowski: "Wir müssen noch viel arbeiten. Es ist allerdings auch normal, dass in dieser Phase noch nicht alles läuft. Wir wollen mindestens wieder als Vierter abschneiden." Der ehemalige Trainer von Buntekuh Lübeck lobte noch das Turnier ("Es hilft allen, gegen gute Mannschaften anzutreten") und ungefragt auch die Schiedsrichterleistung. Mit 26 Toren an die Spitze der Torschützenliste setzt sich Joanna Dworaczyk. Sabrina Richter (20 Tore/Blomberg) und Lois Abbingh (19/Oldenburg) können noch vorbeiziehen.
Die besten Werferinnen im Spiel um Platz 5: Joanna Dworaczyk (6/2), Kamila Caluzynska (3) und Tatiana Bilenia (3) für Koszalin; Cristina Mihai (5/4), Tessa Cocx (4) und Miranda Robben (4/1) für Bad Wildungen.
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| Jana Arnosova (Foto: VfL Oldenburg) |
Spiel um Platz 7: DJK/MJC Trier - VOC Amsterdam 23:14 (13:7)
Trier sorgt schnell für klare Verhältniss und führt nach sieben Minuten mit 6:0. Danach kann Amsterdam die Partie ausgeglichener gestalten. Die meisten Tore erzielen: Michelle Goos (4), Natasja Burgers (3) und Channa Matteman (3/3) für Amsterdam; Lucyana Wilamowska (5/1), Jasmina Kukic (4), Katarina Vojcic (4/2), Megane Vallet (3) und Jana Arnosova (3) für Trier.
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| Olha Vashchuk (Nr. 77, Rostov-Don)
(Foto: VfL Oldenburg) |
Halbfinale: HSG Blomberg-Lippe - Rostov-Don 20:14 (9:5)
Mit dem vierten Sieg im vierten Spiel erreicht Blomberg das Endspiel gegen den VfL und kann seinen 2008 gewonnenen Wunderhorn-Titel drei Jahre später verteidigen. In einem Spiel mit zwei gut agierenden Abwehrreihen startet der Bundesligist famos, führt bis zur 13. Minute mit 5:1. Wenig später ist Rostov aber wieder dran (4:5/15.). Mit dem Pausenpfiff erhöht Michaela Hofmann auf 9:5. Nach dem Seitenwechsel zeigt sich zunächst deutlicher, dass der mit dem Bus angereiste HC mit Ambitionen nach Oldenburg gekommen ist. Kleiner wird der Abstand aber nicht: Die überragende Sabrina Richter wirft per Konter 12:7 (26.) und wenig später aus der zweiten Reihe das 13:7 (27.). Nach ihrem Treffer zum 16:9 (34.) ist der HSG die Finalteilnahme nicht mehr zu nehmen. Stark auch: Isabell Roch im Blomberger Tor. "Das war ein guter Auftritt", sagte HSG-Coach Andre Fuhr: "Wir haben uns gut bewegt und immer Druck gemacht." Der Sieg, so Fuhr, sei allerdings auch leicht gefallen: "Rostov wirkte ganz schön müde. Wir haben uns schon sowas gedacht."
"Für uns geht es diese Saison nur um den Klassenerhalt", hatte HSG-Manager Harald Wallbaum gestern, am ersten Turniertag, erklärt. Der bisherige Auftritt aber zeigt, dass für das stark veränderte Blomberger Team auch eine Playoff-Teilnahme nicht ausgeschlossen erscheint. Die besten Schützinnen: Sabrina Richter (8/1), Michaela Hofmann (4) und Karen Knutsdottir (4/1) für Blomberg; Olha Vashchuk (7/1) und Olga Adzhiderskaya (2) für Rostov.
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| Jenny Winter (Foto: VfL Oldenburg) |
Halbfinale: VfL Oldenburg - MizuWaAi Dalfsen 28:17 (15:10)
Oldenburg kann sich bei 8:4 (11.) erstmals deutlich absetzen. Als Julia Wenzl auf 10:5 erhöht (14.), nimmt Dalfsens Trainer Peter Portengen seine Auszeit. Eine Minute später kommen die Niederländerinnen auf 7:10 heran und können diese Differenz erstmal halten. Kurz vor der Pause tanzt Jenny Winter nach einer Kombination die Abwehrreihe aus und trifft zum Halbzeitstand von 15:10. Mit Winters Kontertor zum 22:14 (29.) ist eine Partie mit vielen schönen Spielzügen auf beiden Seiten entschieden. Mit zunehmender Dauer packt der VfL mehr und mehr Kabinettstückchen aus. Dass nicht jede Pirouette, jeder Wurf von hinterm Rücken oder ein Kempa-Trick nicht funktioniert, nimmt das Publikum auf der fast vollbesetzten Tribüne gelassen. Bisher das unterhaltsamste Spiel des Turniers. Die erfolgreichsten Werferinnen: Angie Geschke (5/1), Kim Birke (4), Lois Abbingh (4), Laura van der Heijden (4), Jenny Winter (4) und Wiebke Kethorn (3) für Oldenburg; Martine Smeets (4), Wendy Smits (4/2), Esther Schop (2) und Sarina van Dort (2).
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| Aleksandra Kobylecka von Politechnika Koszalin am Ball. (Foto: VfL Oldenburg) |
Platzierungsrunde: Politechnika Koszalin - VOC Amsterdam 28:17 (13:8)
Koszalin und Bad Wildungen spielen um Platz fünf, Amsterdam und Trier um Rang sieben. Die Polinnen müssen sich gegen VOC durchaus strecken, führen Mitte der zweiten Halbzeit nur mit 17:15. Am Ende ist es eine klare Angelegenheit. Die meisten Tore: Channa Matteman (5/1) und Michelle Goos (4) für Amsterdam; Joanna Dworaczyk (7), Kamila Caluzynska (5) und Tatiana Bilenia (5/1) für Koszalin.
Platzierungsrunde: DJK/MJC Trier - HSG Bad Wildungen 17:20 (7:8)
"Für ein Spiel so früh morgens war das richtig, richtig gut", lobt eine Zuschauerin bei Spielschluss am Sonntagmorgen (21.8.2011) gegen 10.15 Uhr. Bad Wildungen erhält sich mit dem Sieg die verdiente Chance auf Platz fünf, führt meistens (in der zweiten Hälfte auch mit fünf Toren) und kam so zu einem relativ klaren Erfolg gegen eine keineswegs schwache DJK/MJC. "Für das vierte Spiel am Wochenende war das ganz okay", sagt auch Tessa Cocx. Endgültige Schlüsse auf den Saisonverlauf wollte der HSG-Zugang aber nicht ziehen: "Nein, das ist schwer einzuschätzen, jede Mannschaft ist müde, jede Mannschaft auf einem anderen Vorbereitungsstand." Für Aufsteiger Bad Wildungen geht es diese Saison nur um den Klassenerhalt. "Wir haben die Qualität, das zu schaffen, ganz klar. Und dazu sind wir schon ganz gut eingespielt", sagt Cocx: "Aber wer weiß schon, was im Laufe der Saison passiert. Aber ich gehe davon aus, dass wir das schaffen."
Die meisten Tore: Lucyana Wilamowska (6) und Katarina Vojcic (5/1) für Trier; Cristina Mihai (6), Ruta Latakaite (3) und Sabine Heusdens (3) für Bad Wildungen.
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